MediaTek Dimensity 7360
MediaTek Dimensity 7360: Was hat sich außer dem Namen geändert
Dimensity 7360 erscheint eher wie ein Update des Namens als der Plattform selbst. Die veröffentlichten Parameter unterscheiden sich kaum von Dimensity 7300: Die Konfiguration von CPU, Grafik und unterstützten Speichertypen bleibt erhalten. MediaTek hat keine nennenswerten technischen Unterschiede offengelegt, sodass man Dimensity 7360 noch nicht als neue Generation betrachten kann.
Kurzes Fazit
Dimensity 7360 bietet eine Leistung der Mittelklasse, doch seine Mali-G615 MC2-Grafik ist deutlich schwächer als die Grafik der Sub-Flaggschiff-Plattformen. Der Leistungsreserven reicht für Alltagsanwendungen und Online-Spiele aus, jedoch ist der Unterschied zur Dimensity 8000-Serie bei anspruchsvoller Grafik und langfristigen Belastungen bereits deutlich zu spüren.
Es handelt sich um eine Plattform, die auf Energieeffizienz und nicht auf maximale Geschwindigkeit ausgelegt ist. Der Index 7360 bedeutet nicht, dass der Chip zwischen Dimensity 7300 und 7400 liegt: In der Konfiguration ist er viel näher am ersten Modell.
Ergebnisse von Dimensity 7360 in Smartphones
| Smartphone | Geekbench 6 Single-Core | Geekbench 6 Multi-Core | AnTuTu |
|---|---|---|---|
| vivo V60 Lite 5G | 1023 | 2817 | 904 210 |
| vivo V60e | 1027 | 2907 | 882 692 |
| vivo V70 FE | 1023 | 3035 | 990 352 |
In den drei erwähnten Smartphones unterscheiden sich die Single-Core-Ergebnisse nur minimal. Im Multi-Core-Test beträgt der Unterschied bis zu 8% zugunsten des vivo V70 FE. Diese Abweichung hängt wahrscheinlich mit unterschiedlichen Leistungsgrenzen und der Kühlung der Geräte zusammen.
Ein direkter Vergleich der AnTuTu-Ergebnisse ist hier nicht korrekt: Die Tests könnten in unterschiedlichen Versionen des Benchmarks durchgeführt worden sein. Für vivo V60 Lite 5G wird AnTuTu 10 angegeben, aber die Testversion für die beiden anderen Modelle ist nicht bestätigt.
Ein Teil des Unterschieds kann sich durch den Speicher erklären. Beispielsweise verwendet vivo V60e LPDDR4X und UFS 2.2, obwohl Dimensity 7360 selbst LPDDR5 und UFS 3.1 unterstützt. Daher spiegelt die Gesamtwertung nicht nur die Möglichkeiten des Chips wider, sondern auch die Konfiguration des jeweiligen Smartphones.
Prozessorleistung
Dimensity 7360 verfügt über vier leistungsstarke Cortex-A78-Kerne mit bis zu 2,5 GHz und vier energieeffiziente Cortex-A55-Kerne. In Geekbench 6 erreicht die Plattform etwa 1000 Punkte pro Kern und 2800-3000 Punkte für alle Kerne - ähnlich wie Snapdragon 7s Gen 2 und Dimensity 7300.
In normalen Anwendungen werden kaum Prozessor-Beschränkungen auftreten. Die Benutzeroberfläche, der Browser, die Kamera und das Wechseln zwischen Programmen erfordern von dieser Plattform keine maximale Leistung.
Die Rückstände zeigen sich beim Videomontage, bei der Emulation und bei anderen Aufgaben, die alle Kerne über längere Zeit stark belasten. Die Geschwindigkeit pro Kern ist bei Cortex-A78 bereits unterlegen gegenüber den neuen Cortex-A7xx-Kernen, die in teureren Plattformen verwendet werden.
Trotzdem sind die vier leistungsstarken Kerne ein Vorteil gegenüber Budget-Chips, bei denen es normalerweise nur zwei schnelle Kerne gibt. Dimensity 7360 ist besser auf Multitasking und langfristige Belastungen ausgelegt als Plattformen der Helio G-Serie und der unteren Dimensity 6000-Serie.
Gaming-Leistung
Grafik Mali-G615 MC2 ist das schwache Glied des Dimensity 7360. Zwei Grafik-Kerne ermöglichen eine hohe Bildrate in weniger anspruchsvollen Online-Spielen, aber bei Titeln wie Genshin Impact müssen die Einstellungen reduziert werden.
vivo V60e zeigt etwa 60 FPS in Call of Duty: Mobile bei hoher Grafik und maximaler Bildrate. In BGMI sinkt die Leistung bei HDR Ultra auf etwa 35-40 FPS. Solche Werte sind für kurze Spielsitzungen geeignet, lassen jedoch keinen Spielraum für höhere Einstellungen oder anspruchsvollere Spiele.
Für vivo V60 Lite 5G gibt der Hersteller bis zu 90 FPS in Mobile Legends und etwa 60 FPS in Free Fire an. Das sind Laborwerte, daher kann die Bildrate bei längeren Spielen aufgrund von Überhitzung und Throttling geringer sein.
Bei schweren Projekten ist die Situation weniger überzeugend. In Genshin Impact und Wuthering Waves muss man zwischen Grafikqualität und Bildstabilität wählen. Für anspruchsvolle Spiele sind Dimensity 8300 und 8350 deutlich besser geeignet.
Kameras, Display und Kommunikation
Dimensity 7360 unterstützt Kameras mit einer Auflösung von bis zu 200 MP, elektronische Stabilisierung und gleichzeitige Aufnahmen von zwei Sensoren. Der maximale Aufnahme-Modus beträgt 4K bei 30 Bildern pro Sekunde; 4K60 Unterstützung ist nicht angegeben.
Die Plattform ist für Full HD+ Displays mit einer Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz ausgelegt. Dies reicht für Gaming-Smartphones der Mittelklasse aus, obwohl die tatsächliche Verfügbarkeit einer hohen Bildrate von dem Spiel und den Einstellungen des Herstellers abhängt.
Das integrierte Modem unterstützt 5G Release 16, die Aggregation von drei Trägern und eine theoretische Download-Geschwindigkeit von bis zu 3,27 Gbit/s. Außerdem sind Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.4 und die gleichzeitige Nutzung von zwei SIM-Karten in 5G-Netzwerken vorgesehen.
Für KI-Funktionen wird der NPU 655 verwendet. Er ist verantwortlich für die Bildverarbeitung, Rauschunterdrückung, Szenenerkennung und andere lokale Algorithmen, verwandelt Dimensity 7360 jedoch nicht in eine Plattform für anspruchsvolle generative Modelle.
Dimensity 7360 gegen Dimensity 7300
Laut den veröffentlichten Spezifikationen gibt es zwischen diesen Plattformen kaum Unterschiede. Beide verfügen über:
- vier Cortex-A78 mit bis zu 2,5 GHz;
- vier Cortex-A55;
- Mali-G615 MC2-Grafik;
- Unterstützung für LPDDR5 und UFS 3.1;
- NPU 655;
- 5G-Modem Release 16;
- Kameras bis zu 200 MP und 4K30-Aufnahme.
MediaTek gibt keine erhöhten Frequenzen für CPU oder GPU, keinen neuen Speicherkontroller oder überarbeitetes Bildverarbeitungseinheit an. Daher sind mögliche Unterschiede wahrscheinlich auf eine interne Revision des Chips, Einstellungen zur Energieaufnahme oder die Anforderungen des jeweiligen Smartphone-Herstellers zurückzuführen.
Die Bezeichnung Turbo garantiert ebenfalls keine separate Version des Prozessors. Solange MediaTek und die Gerätehersteller keine technischen Unterschiede offenlegen, sollte sie als Teil des Marketingnamens des Smartphones angesehen werden und nicht als Bestätigung eines leistungsstärkeren Chips.
Fazit
Das Hauptproblem von Dimensity 7360 liegt nicht in der Leistung, sondern in der unklaren Positionierung. In Bezug auf die Geschwindigkeit handelt es sich um eine Plattform der Mittelklasse, die alltägliche Aufgaben und Netzspiele problemlos bewältigt, aber bei schweren Projekten durch ihre Zwei-Kern-Grafik limitiert ist.
In der Praxis wird das Ergebnis maßgeblich durch das Smartphone selbst bestimmt - seinen Speicher, die Kühlung und die Leistungsgrenzen. Ein Modell mit LPDDR5, UFS 3.1 und effizienter Kühlung kann ein besseres Endergebnis erzielen als ein Gerät mit demselben Chip, das LPDDR4X und UFS 2.2 verwendet.
Beim Kauf sind der Preis des Smartphones, der Speichertyp und die Kühlung wichtiger als die Turbo-Bezeichnung im Namen. Wenn ein Modell mit Dimensity 7360 teurer ist als ein vergleichbares Gerät mit Dimensity 7300, rechtfertigt der neue Index allein den Aufpreis nicht.
Basic
GPU-Spezifikationen
Konnektivität
Speicherspezifikationen
Verschiedenes
Benchmarks
Im Vergleich zu anderen SoCs
Verwandte SoC-Vergleiche
In sozialen Medien teilen
Oder verlinken Sie uns
<a href="https://cputronic.com/de/soc/mediatek-dimensity-7360" target="_blank">MediaTek Dimensity 7360</a>