Apple M4 iPad
Apple M4 im iPad Pro: Leistung eines Macs, Einschränkungen des iPads
Der Apple M4 wurde zuerst im iPad Pro und nicht im Mac veröffentlicht. Im Vergleich zum M2 ist er erheblich schneller in der CPU-Leistung, hat modernere Grafik und einen Neural Engine für die lokale Verarbeitung von KI-Aufgaben. Das Hauptlimit liegt jedoch nicht in der Geschwindigkeit des Chips, sondern in den Aufgaben, die iPadOS auf diesem Niveau zulässt.
Zwei Konfigurationen des M4 im iPad Pro
Im iPad Pro 2024 kommen zwei Konfigurationen des Apple M4 zum Einsatz. Die Modelle mit 256 und 512 GB erhalten eine 9-Kern-CPU: 3 Leistungskerne und 6 energieeffiziente Kerne. Die Modelle mit 1 und 2 TB haben eine 10-Kern-CPU: 4 Leistungskerne und 6 energieeffiziente Kerne. Daher bedeutet die Bezeichnung M4 nicht, dass CPU und RAM in allen Konfigurationen gleich sind.
| Version iPad Pro M4 | CPU | GPU | RAM | Speicherbandbreite |
|---|---|---|---|---|
| 256 / 512 GB | 9 Kerne, 3P + 6E | 10 Kerne | 8 GB | 120 GB/s |
| 1 / 2 TB | 10 Kerne, 4P + 6E | 10 Kerne | 16 GB | 120 GB/s |
Dieser Unterschied beeinflusst nicht nur die Benchmark-Ergebnisse. Die Version mit 16 GB RAM eignet sich besser für große Projekte, komplexe Grafiken, Video-Editing und intensives Multitasking. Apple hat jedoch 16 GB nur für die größeren Konfigurationen mit 1 oder 2 TB Speicher reserviert.
CPU-Leistung
In CPU-Aufgaben ist der M4 deutlich schneller als der M2. Im Geekbench 6 erzielt das iPad Pro mit M4 etwa 3670-3700 Punkte im Single-Core und 13200-13800 Punkte im Multi-Core. Zum Vergleich: Das iPad Pro mit M2 erreicht normalerweise etwa 2600 Punkte im Single-Core und 9800-9900 Punkte im Multi-Core.
Der Unterschied ist vor allem bei Aufgaben merklich, die die CPU stark belasten: Video-Export, Verarbeitung großer RAW-Dateien, komplexe Projekte in Logic Pro, 3D-Anwendungen, anspruchsvolle Dokumente und lokale KI-Funktionen. In Browsern, Notizen, Messaging-Apps und beim Video-Streaming ist es schwierig, einen Unterschied zu erkennen. Für solche Szenarien sieht der M1 immer noch nicht schwach aus.
In CPU-Aufgaben ist der M4 im iPad Pro bereits näher an den Apple Silicon-Chips aus dem MacBook als an herkömmlichen Tablet-SoCs. Aber das macht das iPad Pro nicht zu einem direkten Ersatz für das MacBook: macOS ist benutzerfreundlicher für Dateien, externe Geräte, Hintergrundprozesse und längere Arbeitsaufgaben.
Grafik und Metal
Der M4 hat eine 10-Kern-GPU mit Dynamic Caching, hardwarebeschleunigtem Raytracing und Mesh Shading. Diese Funktionen sind wichtig für 3D, Spiele und professionelle Anwendungen, sofern die Software diese nutzen kann. Aber die GPU allein löst nicht das Problem von Anwendungen unter iPadOS.
Im Metal-Benchmark erzielt das M4 iPad Pro etwa 54-55 Tausend Punkte. Das ist höher als bei M2 iPad Pro, aber der Sprung bei der GPU ist nicht so ausgeprägt wie bei der CPU. Die Hauptbeschränkung liegt nicht bei der GPU, sondern bei der Auswahl an Anwendungen unter iPadOS: Es gibt weniger anspruchsvolle Spiele, 3D-Software und professionelle Szenarien als auf macOS oder Windows.
Daher ist die Grafik des M4 in erster Linie für Rendering, Videoverarbeitung, 3D und Anwendungen wichtig, die Raytracing, Mesh Shading und Metal-Beschleunigung nutzen.
Neural Engine und KI-Aufgaben
Der M4 verfügt über einen 16-Kern-Neural Engine mit einer Leistung von bis zu 38 TOPS. Dieser Block ist für lokale KI-Funktionen erforderlich: Spracherkennung, Bildverarbeitung, generative Funktionen in Anwendungen und Beschleunigung professioneller Aufgaben.
Aber TOPS sollten nicht als direkter Analogon zu FPS oder Geekbench-Punkten betrachtet werden. Der Neural Engine allein beschleunigt nicht das normale Browsen oder das Ansehen von Videos. Der Zugewinn wird nur dort spürbar sein, wo die Anwendung tatsächlich NPU, GPU und gemeinsamen Speicher nutzt.
Hauptbeschränkungen des M4 im iPad
Der M4 im iPad Pro stößt nicht an Geschwindigkeitsgrenzen, sondern an die Form des Geräts. Das Tablet ist dünn und hat keine aktive Kühlung, weshalb es bei längeren intensiven Belastungen nicht das Verhalten eines MacBook Pro aufweist. Kurze Aufgaben werden schnell erledigt, aber längeres Rendering, Spielen oder Exportieren können an der Wärmeentwicklung und den Leistungsgrenzen scheitern.
Eine zweite Einschränkung ist iPadOS. Das System hat bei Multitasking, externen Displays und professionellen Anwendungen deutliche Fortschritte gemacht, bleibt aber flexibler als macOS oder Windows. Die Arbeit mit Dateien, externen Geräten, Hintergrundprozessen und bestimmter professioneller Software ist nach wie vor auf einem Laptop bequemer.
Fazit
In CPU-Aufgaben ist der Apple M4 im iPad Pro bereits nahe an den Apple Silicon-Chips aus dem MacBook. Im Vergleich zum M2 ist der Zuwachs besonders bei der Single- und Multi-Core-Leistung deutlich, die Grafik ist moderner geworden und der Neural Engine eignet sich besser für lokale KI-Funktionen. Aber der Prozessor allein ist kein starkes Argument für den Kauf.
Das iPad Pro M4 ist gerechtfertigt für Zeichnen, Video-Editing, Fotobearbeitung, 3D, die Arbeit mit dem Apple Pencil Pro und Aufgaben, bei denen OLED-Bildschirm, dünnes Gehäuse und hohe Leistung wichtig sind. Für Browsing, Filme, Notizen und normales Lernen ist der M4 überdimensioniert.
Der M4 ist hier keine Einschränkung. Die Einschränkung liegt in dem Versuch, ein Tablet als Laptop zu ersetzen, wo macOS, aktive Kühlung und ein klassischer Arbeitsablauf wichtig sind.
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