AMD Radeon 660M
AMD Radeon 660M: Eigenschaften, Spieletests und Vergleich mit Radeon 680M
Die Radeon 660M brachte die RDNA 2-Architektur in günstige Laptops, erhielt jedoch nur sechs Compute-Units - das ist die Hälfte dessen, was die Radeon 680M bietet. Dies reicht für Dota 2, GTA V und andere vergleichsweise leichte Spiele aus. In modernen AAA-Projekten muss man jedoch niedrigere Einstellungen wählen, FSR aktivieren und häufig die Auflösung unter Full HD senken.
Architektur und Hauptunterschied zur Radeon 680M
Die Radeon 660M enthält sechs RDNA 2-Compute-Units, also 384 Shader-Einheiten, und arbeitet mit einer Frequenz von bis zu 1,9 GHz. Sie kommt in Ryzen 5 6600U, 6600H, 6600HS, 7535U, 7535HS und einigen neueren AMD-Prozessoren vor.
Die Grafikkarte verfügt über keinen eigenen Videospeicher. Sie nutzt den System-DDR5 oder LPDDR5, weshalb die Speichergeschwindigkeit und die Anzahl der aktiven Kanäle direkten Einfluss auf die Leistung haben.
Die Radeon 680M basiert auf derselben Architektur, hat jedoch 12 Compute-Units. Der Unterschied zwischen den Modellen liegt nicht nur in der geringfügigen Absenkung der Frequenz: Die kleinere 660M verfügt über ein halb so großes Set an Rechenressourcen. Daher ist der Unterschied zwischen ihnen nicht nur in den Tests, sondern auch in den Spielen deutlich sichtbar. AMD gibt sechs Grafikblöcke für die Radeon 660M und 12 für die Radeon 680M an.
Radeon 660M in konkreten Geräten
| Gerät | Prozessor | Langzeitlimit und Speicher | 3DMark Time Spy Graphics | 3DMark Fire Strike Graphics |
|---|---|---|---|---|
| Lenovo ThinkPad Z13 Gen 1 | Ryzen 5 PRO 6650U | 22,5 W, 16 GB LPDDR5-6400 | 1588 | 4487 |
| Ninkear S14 | Ryzen 5 7535HS | 25 W, 16 GB | 1535 | 4929 |
| Chuwi CoreBook Air | Ryzen 5 6600H | 28 W, 16 GB LPDDR5-6400 | 1514 | 4891 |
| Morefine M600 | Ryzen 5 6600U | 28 W, 32 GB DDR5-4800 | 1430 | 4621 |
| HP EliteBook 845 G9 | Ryzen 5 PRO 6650U | 16 GB DDR5-4800 | 1149 | 3447 |
In der Tabelle sind keine Laptops mit einer diskreten Grafikkarte enthalten, deshalb beziehen sich die Ergebnisse speziell auf die Radeon 660M. Die Werte stammen aus den Bewertungen spezifischer Konfigurationen und nicht aus zufälligen Benutzertests.
Das beste Ergebnis in Time Spy erzielte das ThinkPad Z13 mit 1588 Punkten. Das Ninkear S14 und das Chuwi CoreBook Air lagen etwas dahinter, obwohl sie Prozessoren mit höherem Energieverbrauch verwenden. Das zeigt, dass nach einem bestimmten Niveau zusätzliche Leistung die Radeon 660M kaum beschleunigt: die sechs Compute-Units sind ihre Hauptbeschränkung.
Besonders aufschlussreich ist der Vergleich zwischen ThinkPad Z13 und HP EliteBook 845 G9. Beide Laptops verwenden den Ryzen 5 PRO 6650U, aber Lenovo erzielt 38% mehr in Time Spy Graphics und 30% mehr in Fire Strike Graphics. Das ThinkPad ist mit LPDDR5-6400 ausgestattet, während das EliteBook DDR5-4800 verwendet. Allerdings lässt sich der gesamte Unterschied nicht nur mit dem Speicher erklären: Die Einstellungen für Stromversorgung, BIOS und Kühlung variieren.
Das Ergebnis des Morefine M600 liegt zwischen den schnellen Laptops und dem EliteBook. Der Mini-PC hält den Ryzen 5 6600U bei 28 W und verwendet zwei Module DDR5-4800, aber das reicht nicht aus, um Modelle mit schnellerem LPDDR5 zu übertreffen.
Wofür die Radeon 660M in Spielen ausreicht
Das optimale Szenario für die Radeon 660M sind anspruchslose Spiele in Full HD. Dota 2 auf dem Chuwi CoreBook Air zeigt etwa 58 Bilder pro Sekunde bei hohen Einstellungen und 49 Bilder beim maximalen Preset. In Strange Brigade sind etwa 40 Bilder pro Sekunde bei mittleren Einstellungen in Full HD möglich.
In anspruchsvollen Spielen mangelt es deutlich an Leistung. Auf demselben Chuwi CoreBook Air sehen die Ergebnisse ohne FSR folgendermaßen aus:
- Cyberpunk 2077 - 21 Bilder pro Sekunde bei niedrigen Einstellungen in Full HD;
- Cyberpunk 2077 - 15 Bilder bei mittlerem Preset;
- Baldur’s Gate 3 - etwa 22 Bilder bei niedrigen Einstellungen in Full HD;
- Final Fantasy XV - etwa 23 Bilder bei standardmäßiger Qualität in Full HD.
Ein Wechsel zur Auflösung 1280 × 720 verbessert die Situation erheblich. In Dota 2 übersteigt das Ergebnis 100 Bilder pro Sekunde, und Strange Brigade kommt bei minimalen Einstellungen nahe an diesen Wert heran. Aber das Hochskalieren des Bildes von 720p auf einen modernen Bildschirm mit 1920 × 1200 oder 2560 × 1600 verschlechtert die Schärfe merklich.
Die Möglichkeiten der Radeon 660M lassen sich praktisch in drei Gruppen unterteilen:
- Wettbewerbs- und anspruchslose Spiele - Full HD, mittlere oder hohe Einstellungen;
- Alte AAA-Spiele - Full HD bei niedrigem Preset oder 900p;
- Moderne anspruchsvolle Spiele - niedrige Einstellungen, FSR und Auflösung unter Full HD.
Echte Raytracing-Unterstützung ist vorhanden, aber sie in Spielen zu aktivieren, macht keinen Sinn: Das herkömmliche Rendering nutzt bereits fast die gesamte verfügbare Leistung.
Wie viel schneller ist die Radeon 680M?
Der Unterschied wird deutlich durch zwei Versionen des Mini-PC Morefine M600 aufgezeigt. Das Modell mit der Radeon 680M erzielte 2408 Punkte in Time Spy Graphics gegenüber 1430 der Radeon 660M - der Vorteil beträgt 68%. In Fire Strike Graphics betrug der Abstand 44%: 6644 gegenüber 4621 Punkten.
Dies ist kein absolut reines Vergleich von GPU-Kernen: Die Version mit der Radeon 680M nutzt einen leistungsstärkeren Ryzen 9 6900HX. Allerdings zeigen das identische Gehäuse und die ähnliche Speicheranordnung klar den Unterschied zwischen den Klassen. Die Radeon 680M ermöglicht es, häufiger in Full HD zu bleiben und seltener auf minimale Einstellungen zu gehen.
Daher ist ein Laptop mit der Radeon 680M bei nur geringem Preisunterschied in der Regel vorteilhafter für Spiele. Es lohnt sich, für die Grafik zu zahlen und nicht nur für zusätzliche CPU-Kerne.
Fazit
Die Radeon 660M eignet sich für einen Arbeitslaptop oder Mini-PC, auf dem Spiele gelegentlich laufen. Sie bewältigt Dota 2 und andere anspruchslose Projekte zuverlässig, schafft in modernen AAA-Spielen jedoch nicht mehr stabile 30 Bilder pro Sekunde bei nativem Full HD.
Bei der Wahl eines Geräts sind schneller Multikanalspeicher und angemessene Leistungsgrenzen wichtig. Doch selbst eine gute Konfiguration verwandelt die Radeon 660M nicht in eine Radeon 680M: Die sechs Compute-Units bleiben die Hauptbeschränkung.
Es lohnt sich nicht, einen teuren Laptop nur wegen der Radeon 660M zu kaufen. Wenn die Spielleistung wichtig ist, sollte man besser nach einem Modell mit der Radeon 680M, Radeon 780M oder einer diskreten Grafikkarte suchen.
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