Google Tensor G6
Google Tensor G6: Warum Google die CPU auf sieben Kerne reduziert hat
Im Tensor G6 hat Google die CPU von acht auf sieben Kerne reduziert - eine seltene Entscheidung für die neue Generation von Flaggschiff-SoCs. Doch dies ist kein Rückschritt: Die neuen Arm C1-Kerne sind schneller als ihre Vorgänger, der TPU wurde erheblich aktualisiert, und der Chip ist stärker auf lokale KI und Bildverarbeitung optimiert.
Sieben Kerne statt acht
Die CPU des Tensor G6 basiert auf dem Schema 1 + 4 + 2: Ein leistungsstarkes Arm C1-Ultra-Kern arbeitet mit einer Taktrate von bis zu 4,11 GHz, vier C1-Pro-Kerne mit bis zu 3,38 GHz und zwei weitere C1-Pro-Kerne mit bis zu 2,65 GHz.
Der Tensor G5 hatte acht Kerne: Cortex-X4, fünf Cortex-A725 und zwei Cortex-A520. Weniger Kerne bedeuten jedoch nicht weniger Leistung, denn die neuen C1-Kerne sind deutlich schneller als die im Tensor G5 verwendeten Cortex-Kerne.
Im Geekbench 6 ist die neue CPU dennoch schneller. Das Pixel 11 Pro XL mit Tensor G6 erzielt etwa 2677 Punkte im Single-Core und 7321 Punkte im Multi-Core. Für das Pixel 10 Pro XL mit Tensor G5 werden Ergebnisse von etwa 2223/5844 Punkten angezeigt. Der Unterschied beträgt etwa 20 % im Single-Core-Betrieb und 25 % im Multi-Core-Betrieb.
Allerdings liegt die CPU-Geschwindigkeit des Tensor G6 weiterhin hinter den Top-Modellen von Snapdragon und Dimensity.
Ergebnisse des Tensor G6 in realen Smartphones
| Smartphone | Geekbench 6 Single-Core | Geekbench 6 Multi-Core |
|---|---|---|
| Google Pixel 11 | 2575 | 6027 |
| Google Pixel 11 Pro | 2688 | 6871 |
| Google Pixel 11 Pro XL | 2677 | 7321 |
Die Spannweite ist besonders im Multi-Core-Bereich zu beobachten: von 6027 bis 7321 Punkten. Daher ist es sinnlos, einen „Referenz“-Geekbench-Wert an den Tensor G6 zu binden. Die Ergebnisse hängen von Kühlung, Leistungsgrenzen, Firmware-Version und den Bedingungen des spezifischen Tests ab.
Kein Übergang zu 2 nm
Vor der Ankündigung des Tensor G6 wurde ihm ein Übergang auf 2 nm zugeschrieben, aber Google bleibt beim 3-nm-Fertigungsprozess von TSMC.
Die Leistungsteigerung wurde anderweitig erreicht: durch neue Arm C1-Kerne, erhöhte Taktraten und einen aktualisierten TPU.
Google gibt außerdem eine 20 % höhere Energieeffizienz der CPU an, schnellere App-Startzeiten und beschleunigte Browser-Leistung im Vergleich zum Tensor G5.
Der TPU wurde am meisten aktualisiert
Der Tensor G6 erhielt einen TPU der fünften Generation, der laut Google um bis zu 50 % leistungsfähiger bei Aufgaben des maschinellen Lernens ist.
Der neue Block wird für Gemini Nano, die Verarbeitung von Fotos und Videos, Live-Übersetzungen und andere Funktionen verwendet, die direkt auf dem Smartphone durchgeführt werden.
Deshalb spiegelt sich ein Teil des Anstiegs bei Tensor G6 kaum in den üblichen CPU-Benchmarks wider: Ein erheblicher Teil der Berechnungen wurde an einen spezialisierten Block ausgelagert.
GPU wurde weniger verändert
Der Tensor G6 nutzt eine PowerVR CXTP-48-1536-Grafik mit einer Taktrate von etwa 1,29 GHz. Der Tensor G5 verwendete eine PowerVR DXT-48-1536 mit ungefähr 1,1 GHz.
Die Taktrate wurde erhöht, aber im Vergleich zur Aktualisierung von CPU und TPU ist die GPU-Modernisierung deutlich geringer. Daher bleibt der Tensor G6 in anspruchsvollen Spielen weiterhin hinter den Grafiken der Top-Modelle von Snapdragon und Dimensity zurück, insbesondere bei langfristiger Belastung.
Für alltägliche Aufgaben reicht die Leistung für das Pixel aus, aber als Gaming-Flaggschiff wird der Tensor G6 dadurch nicht attraktiv.
Titan M3 und MediaTek-Modem
Der Titan M2 wurde durch den neuen Sicherheitssoprozessor Titan M3 ersetzt.
Eine weitere wichtige Neuerung ist das MediaTek M90-Modem, das anstelle von Samsung eingesetzt wird, welche Google in den vorherigen Tensor-Modellen verwendet hat. Für das Smartphone ist dies potenziell wichtiger als einige Prozentpunkte im Benchmark: Das Modem beeinflusst den Energieverbrauch, die Erwärmung und die Stabilität der mobilen Verbindung.
Die tatsächlichen Unterschiede in der Akkulaufzeit und Erwärmung werden die Tests des Pixel 11 zeigen.
Fazit
Der Tensor G6 ist deutlich schneller als der Tensor G5, trotz der Reduzierung der CPU von acht auf sieben Kerne. Die Arm C1-Kerne haben diese Reduzierung kompensiert, und der TPU der fünften Generation hat den erwarteten Anstieg von bis zu 50 % erhalten.
Doch der Charakter des Tensor hat sich nicht verändert. Google investiert Rechenressourcen vor allem in lokale KI, Kamerafunktionen und eigene Pixel-Funktionen und jagt nicht nur höchsten CPU- und GPU-Leistungen nach. Der Tensor G6 ist wesentlich besser als sein Vorgänger, aber die Top-Modelle von Snapdragon und Dimensity bleiben in Bezug auf reine Leistung weiterhin voraus.
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