Samsung Exynos 2600
Samsung Exynos 2600
Für Samsung ist der Exynos 2600 mehr als nur ein weiteres Update eines Flaggschiff-Chips. Es ist der erste 2-nm-Mobilprozessor des Unternehmens und zugleich ein Versuch, die Zweifel an der Exynos-Reihe nach mehreren unglücklichen Generationen endgültig auszuräumen. Der Chip ist für die Galaxy-S26-Serie vorgesehen, deren Marktstart für Januar 2026 erwartet wird.
Architektur und Fertigungstechnologie
Der Exynos 2600 wurde von Anfang an als Aushängeschild für den 2-nm-GAA-Prozess von Samsung Foundry konzipiert.
Wichtige Hardware-Punkte:
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2-nm-Prozess mit GAA-Transistoren
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10-Kern-CPU mit 1+3+6-Aufbau
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separates Modem, aus dem Haupt-Die ausgelagert, um Fläche für CPU und GPU zu gewinnen
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integrierte Grafiklösung Xclipse 960 der neuen Generation
Die Auslagerung des Modems aus dem Die ist wichtig: In früheren Exynos-Generationen belegte das Modem einen spürbaren Teil des Chips und erschwerte die Verteilung von Strom und Wärme. Jetzt hat Samsung mehr Freiheit bei der Anordnung der Rechenblöcke und beim Kühldesign.
CPU: Konfiguration und reale Taktraten
Die finale Kernkonfiguration des Exynos 2600 sieht wie folgt aus:
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1x 3,8 GHz - Cortex-X930
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3x 3,26 GHz - Cortex-A730
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6x 2,76 GHz - Cortex-A730S
Alle 10 Kerne basieren auf relativ großen Architekturen: Es gibt keinen separaten Block winziger Kerne wie Cortex-A520. Die sechs A730S-Kerne sind auf Effizienz ausgelegt, liegen vom Leistungsniveau her aber eher in der Nähe von "mittleren" Kernen als von klassischen Spar-Kernen.
Leistung in Benchmarks
In Geekbench 6 erreicht der Exynos 2600 ungefähr:
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3455 Punkte im Single-Core
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11621 Punkte im Multi-Core
In der Praxis bedeutet das:
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bei der Single-Core-Leistung kommt der Exynos 2600 den besten Android-Chips sehr nahe
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bei der Multi-Core-Leistung ist er spürbar schneller als der Exynos 2500 und erreicht das Niveau der aktuellen Top-SoCs von Snapdragon und Dimensity
Für den Nutzer heißt das: sehr reaktionsschnelle Oberfläche, schwere Apps ohne störende Denkpausen und ein guter Puffer für Hintergrundaufgaben (Spiel plus Messenger, Kamera, Musikstreaming usw.).
Grafik Xclipse 960: ausgelegt für lange Lasten
Für die Grafik ist der Xclipse 960 zuständig. Laut ersten Tests und Berichten bietet er:
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8 Compute Units (CU)
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Taktraten von bis zu etwa 1,3–1,4 GHz auf Engineering-Samples
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theoretische Rechenleistung im Bereich mehrerer TFLOPS
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Unterstützung für schnellen LPDDR6X- bzw. LPDDR5X-Speicher
Quellen widersprechen sich bei der Frage, auf welcher Architektur der Xclipse 960 basiert: Einige sprechen von einer Ableitung aus RDNA4, andere behaupten, es handle sich bereits um ein vollständig eigenes Design von Samsung. Offiziell hat das Unternehmen die Architektur noch nicht im Detail offengelegt.
In 3DMark Steel Nomad Light erzielt die GPU rund 3135 Punkte bei etwa 23 FPS und liegt damit vor der Adreno 830 aus dem Snapdragon 8 Elite Gen 5.
Wichtig ist nicht nur der "Peak", sondern auch die Stabilität: Dank moderater Taktraten und eines wärmerobusteren Designs zeigt der Xclipse 960 in Stresstests deutlich geringere FPS-Einbrüche als frühere Exynos-Generationen.
Für Spiele bedeutet das:
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stabile 60 fps in anspruchsvollen Titeln bei hohen Einstellungen
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realistische Chancen auf 90–120 fps in gut optimierten Shootern und MOBAs
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spürbare Leistungsreserven für zukünftige, komplexere Szenen und Raytracing-Effekte
NPU und KI: sechs Mal schneller als A19 Pro
Der aggressivste Teil des Marketings rund um den Exynos 2600 dreht sich um KI. Laut internen Tests, die bereits in Fachmedien zitiert werden, bietet der NPU-Block des Exynos 2600:
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mehr als das 6-fache der Geschwindigkeit der Neural Engine im Apple A19 Pro
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rund 30 Prozent Vorsprung gegenüber dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 bei KI-Performance
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gleichzeitig ist der Chip selbst im Schnitt etwa 14 Prozent schneller als der A19 Pro in Multi-Core-CPU-Tests und bis zu etwa 75 Prozent schneller in GPU-Aufgaben
Ja, es handelt sich weiterhin vor allem um Leaks und interne Messungen und noch nicht um unabhängige Reviews, aber der Trend ist klar: Samsung setzt darauf, dass die wichtigsten Smartphone-Features 2026 auf On-Device-KI aufbauen.
In der Praxis bedeutet das:
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Sprachassistenten und Übersetzungen laufen lokal auf dem Gerät und reagieren schneller
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fortschrittlichere Kameramodi (Nacht, Porträt, intelligenter Unschärfe-Effekt, Objektentfernung), ohne Bilder ständig in die Cloud zu schicken
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generative Funktionen direkt auf dem Smartphone (Bilder, ein Teil der Texte, Videoeffekte)
Kamera und Multimedia
Samsung hat die ISP-Spezifikationen noch nicht vollständig offengelegt, aber laut den bisher bekannten Angaben sind vorgesehen:
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Unterstützung für Sensoren bis zu 320 MP
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gleichzeitiger Betrieb mit mehreren hochauflösenden Modulen
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8K-Videoaufnahme mit verbessertem HDR und fortschrittlichem Tone Mapping
In Kombination mit der leistungsstarken NPU sollte dies zu einem deutlichen Sprung bei der Computational Photography führen:
schnelleres Stapeln mehrerer Einzelbilder, sauberere Trennung von Motiv und Hintergrund, weniger Artefakte bei Nachtaufnahmen und Zoom.
Energieeffizienz und Temperaturverhalten
Der 2-nm-GAA-Prozess sorgt bereits für eine deutliche Reduzierung von Leckströmen und bessere Energieeffizienz im Vergleich zu 3 und 4 nm. Samsung geht aber noch weiter und ergänzt eigene Thermolösungen, darunter die Heat Pass Block (HPB) Technologie, um Wärme effektiver aus besonders heißen Bereichen des Dies abzuführen.
Interne Tests, die an die Öffentlichkeit gelangt sind, versprechen:
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bis zu etwa 59 Prozent bessere Energieeffizienz im Vergleich zum A19 Pro
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ein deutlich ruhigeres Verhalten des Chips unter längeren Gaming-Lasten (weniger abrupte Frequenzeinbrüche)
Bestätigt sich das in den Seriengeräten des Galaxy S26, hat der Exynos 2600 eine reale Chance, das Image des "heißen und stromhungrigen" Chips endgültig abzulegen.
Wo wir den Exynos 2600 sehen werden
Die meisten Berichte sind sich einig, dass der Exynos 2600 das Herzstück der Galaxy-S26-Familie sein wird:
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Galaxy S26 und S26+ in Europa, Südkorea und mehreren weiteren Märkten werden mit dem Exynos 2600 ausgeliefert
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ungefähr die Hälfte aller S26-Geräte weltweit soll auf diesem Chip basieren
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in einigen Märkten (vor allem den USA) werden die Flaggschiffe weiterhin mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 erscheinen
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beim S26 Ultra ist die Lage noch offen: Einige Quellen sprechen nur von Snapdragon, andere halten Exynos-2600-Varianten für Europa und Korea für möglich
Für Samsung ist das nicht nur eine technologische, sondern auch eine finanzielle Entscheidung: Ein eigener Chip reduziert die Abhängigkeit von Qualcomm und erlaubt eine bessere Kontrolle der Margen bei High-End-Smartphones.
Fazit
Der Exynos 2600 wirkt wie der ambitionierteste Mobilchip von Samsung seit vielen Jahren:
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moderner 2-nm-GAA-Prozess
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10-Kern-CPU mit hohen Taktraten: 1x 3,8 GHz - Cortex-X930, 3x 3,26 GHz - Cortex-A730, 6x 2,76 GHz - Cortex-A730S
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leistungsstarke Xclipse-960-GPU mit deutlichem Performance-Puffer
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NPU, die laut frühen Daten um ein Vielfaches schneller ist als im Apple A19 Pro und klar vor dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 liegt
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starker Fokus auf Energieeffizienz und Stabilität unter Last
Die entscheidende offene Frage bleibt, wie gut all das in echten Galaxy-S26-Geräten mit schlankem Gehäuse, begrenzter Kühlung und realen Nutzungsszenarien wie "Gaming plus Kamera plus Online-Dienste" zusammenspielt. Schon jetzt ist jedoch absehbar, dass der Exynos 2600 Samsung die Chance gibt, nicht nur aufzuholen, sondern die Konkurrenz in einigen Bereichen der 2026er-Generation sogar zu überholen.
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