Intel Core Ultra 5 235U
Intel Core Ultra 5 235U: Warum derselbe Prozessor unterschiedlich arbeitet
Auf dem Papier sieht der Intel Core Ultra 5 235U leistungsstark aus: 12 Kerne, eine Frequenz von bis zu 4,9 GHz, ein separater Neuroprozessor und Unterstützung für schnellen Speicher. In der Praxis handelt es sich um einen effizienten Prozessor für schlanke Arbeitslaptops, dessen Leistung stark von der Kühlung und den vom Hersteller festgelegten Leistungsgrenzen abhängt. Daher können zwei Geräte mit demselben Core Ultra 5 235U deutlich unterschiedlich schnell arbeiten.
Zwölf Kerne, aber nur zwei leistungsstarke
Der Core Ultra 5 235U besteht aus:
- 2 leistungsstarken P-Kernen;
- 8 effizienten E-Kernen;
- 2 energieeffizienten LP E-Kernen.
Insgesamt hat der Prozessor 12 Kerne und 14 Threads. P-Kerne takten bis zu 4,9 GHz, E-Kerne bis zu 4,1 GHz und LP E-Kerne bis zu 2,4 GHz. Die Basisleistung beträgt 15 W, kann aber bei kurzzeitigem Lastbedarf auf bis zu 57 W ansteigen.
P-Kerne übernehmen Aufgaben, bei denen hohe Single-Thread-Geschwindigkeiten besonders wichtig sind. E-Kerne helfen bei der gleichzeitigen Ausführung mehrerer Anwendungen und verringern die Hintergrundlast. LP E-Kerne führen einfache Hintergrundprozesse aus, ohne bei Bedarf die leistungsfähigeren Kerne zu aktivieren.
Deshalb sollte die Bezeichnung „12 Kerne“ nicht direkt mit einem zwölfkernigen Desktop-Prozessor verglichen werden, bei dem alle Kerne zur leistungsstarken Klasse gehören. Die Stärke des 235U liegt in kurzen Lastspitzen und der gleichzeitigen Ausführung mehrerer Anwendungen, nicht in lang andauernden Berechnungen bei maximaler Leistung.
Warum ein 235U merklich schneller sein kann als ein anderer
Ein Benchmark-Ergebnis des Core Ultra 5 235U in Geekbench 6 beträgt 2416 Punkte im Single-Thread- und 8915 Punkte im Multi-Thread-Test. In einem anderen Gerät erreichte derselbe Prozessor 1909 und 7227 Punkte.
Der Unterschied beträgt fast 25%, obwohl in beiden Laptops derselbe CPU installiert ist. Der Hersteller legt die Leistungsgrenzen, die Dauer des Turbo-Modus, Temperaturgrenzwerte und den Algorithmus für den Betrieb der Lüfter fest.
In einem geräumigen Gehäuse kann der Prozessor längere Zeit hohe Frequenzen halten. In einem schlanken Laptop mit Einstellung auf minimalen Geräuschpegel fallen die Frequenzen früher. Daher ist die Bewertung eines bestimmten Geräts hilfreicher als eine Zeile mit dem Namen des Prozessors.
Vor dem Kauf sollten vier Dinge überprüft werden:
- Geschwindigkeit nach längerer Belastung;
- Temperatur und Geräuschpegel;
- Verfügbare Leistungsmodi;
- Anzahl der Kanäle und Möglichkeit zum Austausch des Arbeitsspeichers.
Die Speicherbandbreite wirkt sich besonders stark auf die integrierte Grafik aus.
Integrierte Grafik - das Hauptlimit
Der Core Ultra 5 235U ist mit der Intel Graphics ausgestattet, die über vier Xe-Kerne und eine Frequenz von bis zu 2,05 GHz verfügt. In Bezug auf die Leistung ist sie der Arc-Grafik einiger Prozessoren der Serien H und V deutlich unterlegen.
Die Grafik beschleunigt die Benutzeroberfläche und die Video-Wiedergabe, unterstützt mehrere Displays und die Hardware-Codierung von H.264, HEVC und AV1.
In Spielen zeigen sich die Beschränkungen der vier Xe-Kerne weitaus stärker. Ältere und weniger anspruchsvolle Wettbewerbs-Spiele laufen auf niedrigen oder mittleren Einstellungen, insbesondere bei Dual-Channel-Speicher. In modernen Spielen werden die vier Xe-Kerne zum Hauptlimit.
Es ist nicht ratsam, einen teuren Laptop mit dem Core Ultra 5 235U für Spiele oder ernsthafte 3D-Arbeiten zu kaufen. Der Prozessor ist hier deutlich stärker als die Grafik.
NPU vorhanden, aber kein Copilot+ PC
Im Prozessor ist ein Intel AI Boost Block mit 12 TOPS integriert. Zusammen bieten CPU, GPU und NPU bis zu 24 TOPS bei KI-Anwendungen.
Die NPU kann Rauschunterdrückung, Bildverarbeitung und andere von Programmen unterstützte KI-Funktionen übernehmen und so die CPU entlasten.
Aber das Vorhandensein einer NPU macht einen Laptop noch nicht zu einem Copilot+ PC. Microsoft verlangt für diese Klasse einen Neuroprozessor mit einer Leistung von mindestens 40 TOPS. Der Core Ultra 5 235U erfüllt diese Voraussetzung nicht.
Mit anderen Worten, die NPU ist eine nützliche Ergänzung, aber kein Grund, sich für einen Laptop mit dem Core Ultra 5 235U zu entscheiden.
Was unterscheidet den Core Ultra 5 235U vom 225U
Der Core Ultra 5 225U und 235U haben die gleiche Kernkonfiguration, Cache-Größe und Leistungsgrenzen. In Bezug auf Grafik und NPU-Leistung unterscheiden sich die Modelle ebenfalls kaum.
Die Hauptunterschiede beziehen sich auf die Frequenzen.
| Merkmal | Core Ultra 5 235U | Core Ultra 5 225U |
|---|---|---|
| Maximale P-Kern Frequenz | 4,9 GHz | 4,8 GHz |
| Maximale E-Kern Frequenz | 4,1 GHz | 3,8 GHz |
| Basisfrequenz P-Kerne | 2,0 GHz | 1,5 GHz |
| Basisfrequenz E-Kerne | 1,6 GHz | 1,3 GHz |
| Frequenz der integrierten Grafik | 2,05 GHz | 2,0 GHz |
Der 235U ist etwas schneller, bleibt aber ein Prozessor derselben Klasse.
Bei der Auswahl zwischen Laptops mit 225U und 235U ist es sinnvoller, das Display, die Kühlung, die Speicherkonfiguration und die Akkulaufzeit zu berücksichtigen. Ein Aufpreis nur für die Bezeichnung 235U ist nur dann gerechtfertigt, wenn es einen kleinen Preisunterschied gibt.
Was hat sich gegenüber dem Core Ultra 5 135U geändert
Der Core Ultra 5 235U hat höhere CPU- und Grafikfrequenzen, schnelleren unterstützten Speicher und eine etwas leistungsfähigere NPU.
Die Kernkonfiguration, die Cache-Größe und die Leistungsgrenzen haben sich jedoch kaum verändert. Es gibt Unterschiede, aber der Prozessor ist im Grunde genommen nicht signifikant schneller geworden.
Bei vergleichbarem Preis wirkt ein Laptop mit 235U vorteilhafter. Es macht normalerweise keinen Sinn, ein funktionierendes System mit 135U nur wegen des Prozessors auszutauschen.
Für welche Aufgaben ist der Core Ultra 5 235U geeignet
Der Core Ultra 5 235U ist für folgende Anwendungen ausgelegt:
- Büroarbeit und eine große Anzahl von Tabs;
- Programmierung und lokale Entwicklung;
- Fotobearbeitung und einfaches Editing;
- Videokonferenzen und die Arbeit mit mehreren Displays;
- Moderate Virtualisierung.
In Unternehmens-Laptops sind Unterstützung für Intel vPro Enterprise, bis zu 128 GB RAM und Thunderbolt 4 nützlich.
Für regelmäßiges Rendering, schweres Editing und die Erstellung großer Projekte ist ein Prozessor der H-Serie besser geeignet. Für moderne Spiele wird zudem eine dedizierte Grafikkarte benötigt.
Fazit
Der Intel Core Ultra 5 235U ist für schlanke Arbeitslaptops konzipiert, bei denen Multitasking und moderater Energieverbrauch wichtig sind. Sein Schwachpunkt ist die integrierte Grafik, und die Leistung unter längerer Last wird maßgeblich durch die Kühlung und die Leistungsgrenzen des jeweiligen Geräts bestimmt.
Deshalb sollte man einen Laptop nicht nur nach der Bezeichnung Core Ultra 5 235U auswählen. Die Qualität des Displays, die Speicherkonfiguration und die Akkulaufzeit sind wichtiger als der geringe Unterschied zwischen 235U und 225U.
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