Intel Xeon 6724P
Intel Xeon 6724P: Tests und Server mit 16 schnellen Kernen
Intel Xeon 6724P ist ein teurer 16-Kern-Serverprozessor, der nicht nur nach der Anzahl der Kerne bewertet werden sollte. Er arbeitet mit einer Frequenz von bis zu 4,3 GHz und ist auf Anwendungen ausgelegt, die empfindlich auf die Geschwindigkeit einzelner Threads, Latenzen und Lizenzkosten pro Kern reagieren. Für die massenhafte Virtualisierung und das Rendering gibt es mehrkernige Xeon-Prozessoren, aber in einigen Unternehmenssystemen steigern zusätzliche Kerne lediglich die Kosten.
Ergebnisse des Intel Xeon 6724P in Serversystemen
In der Tabelle sind die Ergebnisse des SPECrate 2017 Integer Base aufgeführt. Der Test bewertet die Gesamtdurchsatzkapazität des Systems im Bereich von Ganzzahlbelastungen: Je höher das Ergebnis, desto mehr parallele Arbeiten kann der Server ausführen.
| Server | Prozessoren | Kerne / Threads | Arbeitsspeicher | SPECrate 2017 Integer Base |
|---|---|---|---|---|
| Dell PowerEdge R570 | 1 × Xeon 6724P | 16 / 32 | 256 GB DDR5-6400 | 204 |
| Dell PowerEdge R670 | 2 × Xeon 6724P | 32 / 64 | 512 GB DDR5-6400 | 402 |
| Lenovo ThinkSystem SR630 V4 | 2 × Xeon 6724P | 32 / 64 | 512 GB DDR5-6400 | 402 |
| xFusion FusionServer 2288 V8 | 2 × Xeon 6724P | 32 / 64 | 512 GB DDR5-6400 | 418 |
Der einprozessorgestützte Dell PowerEdge R570 erreicht 204 Punkte, während die beiden Systeme mit je zwei Xeon 6724P jeweils 402 Punkte erzielen. Der Übergang von einem Prozessor zu zwei erhöht das Ergebnis um etwa 97 %, was bedeutet, dass die Skalierung nahezu linear ist.
Der xFusion FusionServer 2288 V8 erzielt 418 Punkte und liegt damit etwa 4 % vor den zweiSockel-Konfigurationen von Dell und Lenovo. Das Ergebnis wird von der Speicherkonfiguration, Plattformeinstellungen, Softwareumgebung und Testparametern beeinflusst. Daher sind diese Zahlen nützlich, um das Leistungsniveau und die Skalierbarkeit zu bewerten, aber nicht geeignet, um eine direkte Bewertung der Serverhersteller vorzunehmen.
Warum hat ein Serverprozessor nur 16 Kerne
Im Vergleich zu Xeon-Prozessoren mit Dutzenden von Kernen wirkt das Modell 6724P ungewöhnlich. Sein Ziel ist jedoch nicht, die maximale Multithreading-Leistung pro Sockel bereitzustellen. Der Schwerpunkt liegt auf der hohen Frequenz: Der Prozessor kann auf bis zu 4,3 GHz übertaktet werden, und die angegebene Frequenz bei voller Auslastung aller Kerne beträgt 4,2 GHz.
Dies ist wichtig für transaktionale Datenbanken, Finanzsysteme und andere Unternehmenssoftware, bei denen die Leistung von der Geschwindigkeit einzelner Threads abhängt oder die Lizenz nach der Anzahl der Kerne abgerechnet wird. Unter diesen Umständen können 16 schnelle Kerne vorteilhafter sein als 48 langsamere, insbesondere wenn die Kosten für Softwarelizenzen deutlich höher sind als der Preis des Servers selbst.
Für Cloud-Hosting, dichte Virtualisierung, Rendering und das massenhafte Starten von Containern ist die Logik umgekehrt. Dort zählt die Gesamtanzahl der Kerne, sodass der Xeon 6724P Modellen mit höherer Multithread-Leistung pro Sockel unterlegen ist.
Plattform und Erweiterungsmöglichkeiten
Der Xeon 6724P unterstützt eine achtkanalige DDR5-6400-Speicherarchitektur, bis zu 4 TB Arbeitsspeicher pro Prozessor und 88 PCI-Express-5.0-Linien. Diese Ressourcen erweitern die Möglichkeiten zur Anbindung von NVMe-Speichern, Netzwerkkarten und Rechenbeschleunigern erheblich im Vergleich zu Desktop-Plattformen.
Der Prozessor ist auch für Mehr-Sockel-Systeme ausgelegt und unterstützt Intel-Serverbeschleuniger für Verschlüsselung, Kompression und Datenverlagerung. Es sind die Plattformfähigkeiten, und nicht nur die 16 Rechenkerne, die den Xeon 6724P von herkömmlichen Core- und Ryzen-Prozessoren mit vergleichbarer Threadanzahl unterscheiden.
Energieverbrauch und Preis
Der nominelle TDP des Xeon 6724P beträgt 210 W. Die hohe Frequenz bei dauerhafter Last stellt erhebliche Anforderungen an die Kühlung, insbesondere in Zweisockelsystemen. Der gesamte TDP von zwei Prozessoren erreicht 420 W, und der volle Energieverbrauch des Servers mit Arbeitsspeicher, Speichermedien und Netzwerkcontrollern wird deutlich höher sein.
Der empfohlene Preis für den Xeon 6724P liegt bei 4057 US-Dollar. Umgerechnet auf die Kerne erscheint das Modell teuer, jedoch sagt ein solcher Vergleich fast nichts über seinen Verwendungszweck aus. Der Käufer bezahlt für die hohe Frequenz, die Mehr-Sockel-Arbeit, das große Speichervolumen, 88 PCIe-5.0-Linien und die servertechnischen Funktionen der Plattform.
Fazit
Der Intel Xeon 6724P ist für Systeme ausgelegt, in denen die Leistung jedes Kerns wichtig ist und eine Erhöhung der Kernanzahl die Lizenzkosten erhöht. Die SPEC-Ergebnisse zeigen nahezu lineare Skalierbarkeit in Zweisockel-Servern, jedoch sind für Virtualisierung, Rendering und andere gut parallelisierbare Aufgaben Modelle mit einer höheren Kernanzahl vorteilhafter.
Es handelt sich um einen Nischenprozessor, dessen Wert nicht durch die Anzahl der Threads, sondern durch die spezifische Programmumgebung und die Lizenzierungskosten bestimmt wird.
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