AMD Ryzen Z1
AMD Ryzen Z1: leistungsstarker Prozessor mit zu schwacher Grafik
AMD Ryzen Z1 wurde für tragbare Spielcomputer entwickelt, aber man kann ihn nicht als eine leicht herabgestufte Version des Ryzen Z1 Extreme betrachten. Die Prozessorleistung ist nach wie vor ernsthaft: sechs Kerne, 12 Threads und eine Taktfrequenz von bis zu 4,9 GHz. Der Hauptkompromiss liegt in der integrierten Grafik, die nur 4 RDNA 3-Rechenkerne im Vergleich zu 12 beim Z1 Extreme hat.
Dies bestimmt die Möglichkeiten des Chips. Windows, Browser, Hintergrundprogramme und Emulatoren stellen für den Ryzen Z1 keine große Herausforderung dar, jedoch stößt die Leistung in modernen Spielen schnell an die Grenzen des GPU. Im Vergleich zu neueren Prozessoren wie dem Ryzen Z2 weckt der gewöhnliche Z1 vor allem Interesse in dem merklich günstigeren ASUS ROG Ally der ersten Generation.
Ryzen Z1 im Vergleich zu Ryzen Z1 Extreme
| Parameter | Ryzen Z1 | Ryzen Z1 Extreme |
|---|---|---|
| Kerne / Threads | 6 / 12 | 8 / 16 |
| CPU-Konfiguration | 2 × Zen 4 + 4 × Zen 4c | 8 × Zen 4 |
| Maximale Taktfrequenz | 4,9 GHz | 5,1 GHz |
| L2 + L3 Cache | 22 MB | 24 MB |
| Integrierte Grafik | RDNA 3, 4 CU | RDNA 3, 12 CU |
| TDP-Bereich | 9-30 W | 9-30 W |
In Bezug auf die CPU-Spezifikationen sieht der Unterschied moderat aus: Der kleinere Chip hat zwei Kerne weniger und eine etwas niedrigere maximale Taktfrequenz. Im Bereich der Grafik ist der Unterschied jedoch wesentlich größer. Der Ryzen Z1 Extreme verfügt über dreimal so viele Rechenkerne, weshalb der Vorteil des leistungsstärkeren Modells in grafikintensiven Spielen besonders auffällig ist.
Zwei Kerne Zen 4 und vier Zen 4c
AMD gibt für den Ryzen Z1 eine ungewöhnliche Konfiguration an, bestehend aus zwei vollwertigen Zen 4-Kernen und vier kompakten Zen 4c-Kernen. Die schnellen Kerne können höher übertaktet werden, während die Zen 4c für geringere Taktfrequenzen und eine dichtere Anordnung auf dem Chip ausgelegt sind.
Dabei sind die Zen 4c keine vereinfachten energieeffizienten Kerne im Sinne von hybriden Intel-Prozessoren. Sie unterstützen denselben Befehlssatz und können dieselben Aufgaben ausführen, obwohl die maximale Taktfrequenz auf 3,5 GHz begrenzt ist.
Für ein tragbares Gerät erscheint eine solche Konfiguration sinnvoll. Zwei schnelle Kerne bedienen spiele- und einzelfächersensible Aufgaben, während die vier Zen 4c die Mehrkern- und Hintergrundlast übernehmen. Das Problem des Ryzen Z1 liegt nicht hier: Sechs Kerne sind deutlich häufiger genug, als vier Grafik-CUs.
In welchem Gerät kommt der Ryzen Z1 zum Einsatz
Das Hauptprodukt mit diesem Prozessor ist der ASUS ROG Ally RC71L in der kleineren Konfiguration. Die Konsole bietet 16 GB Dual-Channel LPDDR5-6400-RAM, ein 1920 × 1080-Display mit 120 Hz und mehrere Energiesparmodi.
In Bezug auf die Hardware unterscheidet sich der kleinere ROG Ally kaum von der Version mit dem Z1 Extreme. Dank identischer Displays, Akkus, Speicher und Gehäuse lässt sich der Einfluss des Prozessors recht genau bewerten. Dabei stellt das 1080p-Display eine hohe Belastung für die vier Rechenkerne der integrierten Grafik dar, sodass in anspruchsvollen Spielen oft eine Bildskalierung notwendig ist.
Gaming-Leistung des ASUS ROG Ally mit Ryzen Z1
Die Ergebnisse wurden am ASUS ROG Ally RC71L erzielt. Der Modus mit 15 W wurde beim Betrieb mit Akku verwendet, der 30 W-Modus beim Anschluss an das Stromnetz. Die Einstellungen und FSR-Modi sind für jedes Spiel separat angegeben.
| Spiel und Einstellungen | 15 W | 30 W |
|---|---|---|
| F1 22, Hoch | 31 FPS | 36 FPS |
| Cyberpunk 2077: Phantom Liberty, Niedrig, FSR 2.1 Qualität | 21 FPS | 27 FPS |
| Dying Light 2, Niedrig, FSR Qualität | 24 FPS | 27 FPS |
| Resident Evil 4, Leistung priorisieren, FSR 2 Qualität | 23 FPS | 27 FPS |
Die Tabelle zeigt die Hauptgrenze des Ryzen Z1. Selbst bei niedrigen Einstellungen und Skalierung erreichen einige anspruchsvolle Spiele nicht stabile 30 Bilder pro Sekunde. Der Wechsel von 15 auf 30 W hilft zwar, aber die Verbesserung liegt häufig nur bei wenigen Bildern.
Für Cyberpunk 2077 und Resident Evil 4 ist die Auflösung 1920 × 1080 selbst mit FSR Qualität zu hoch. Eine praktischere Lösung besteht darin, auf 720p oder 900p zu wechseln, die FSR-Qualität zu reduzieren und die Framerate auf 30 FPS zu begrenzen. Doch selbst nach diesen Anpassungen bleibt kaum Leistungsspielraum für zukünftige AAA-Spiele.
In weniger anspruchsvollen Projekten ist die Situation deutlich besser. Indie-Spiele, 2D-Projekte, alte AAA-Veröffentlichungen und viele Emulatoren nutzen die Grafik nicht so intensiv. Hier entfaltet der leistungsstarke CPU-Bereich des Ryzen Z1 sein Potenzial besser, und der Abstand zum Z1 Extreme verringert sich.
Warum der 30 W-Modus wenig hilft
Der Ryzen Z1 und Z1 Extreme unterstützen denselben TDP-Bereich, jedoch nutzt das kleinere Modell den hohen Leistungsgrenzwert schlechter. Es fehlen zusätzliche Grafikblöcke, die die verfügbare Energie in einen proportionalen Anstieg der FPS umwandeln könnten.
In F1 22 erhöhte der Wechsel vom Akkubetrieb zu Netzbetrieb das Ergebnis von 31 auf 36 FPS. In Dying Light 2 und Resident Evil 4 betrug der Zuwachs gerade einmal 3-4 Bilder. Der leistungsstärkere Z1 Extreme skalierte deutlich besser, da seine 12 CUs in der Lage sind, die zusätzliche Leistung zu nutzen.
Daher wirkt der Ryzen Z1 bei moderaten Grenzwerten logischer. Der Betrieb bei maximaler Leistung erhöht zwar die Hitze und den Lärm, kann jedoch die grundlegenden grafischen Grenzen nicht beseitigen.
Akkulaufzeit kompensiert nicht den Leistungsverlust
Im Zyklustest von F1 22 lief der ASUS ROG Ally mit dem Ryzen Z1 102 Minuten, während die Version mit dem Z1 Extreme 92 Minuten durchhielt. Der Vorteil des kleineren Modells betrug nur 11%.
Der Unterschied ist zwar nützlich, aber im Verhältnis zum Verlust der Spielleistung viel zu gering. In grafisch anspruchsvollen Spielen kann der Z1 Extreme 20-40% schneller sein als das kleinere Modell, und wenn das Gerät an das Netz angeschlossen ist, kann der Abstand manchmal 50% überschreiten.
Es ergibt sich also ein unglücklicher Tausch: Der Benutzer verliert deutlich an FPS, erhält jedoch nicht eine vergleichbare Steigerung der Betriebszeit.
Fazit
Den AMD Ryzen Z1 kann man nicht als schwachen Prozessor bezeichnen. Seine sechs Kerne sorgen für hohe Systemgeschwindigkeit, gute Leistung in Emulatoren und ausreichend Reserven für die meisten CPU-Lasten in Spielen. Doch für eine tragbare Gaming-Plattform wählte AMD eine unausgewogene Konfiguration: Vier Rechenkerne der RDNA 3 werden schnell zu einem Engpass.
Ein Gerät mit Ryzen Z1 macht Sinn für Indie-Spiele, alte Projekte, Emulatoren und das Streaming von Spielen. Für moderne AAA-Veröffentlichungen muss man die Auflösung senken, FSR aktiv nutzen und sich mit 30 FPS zufrieden geben.
Der Kauf des ASUS ROG Ally mit dem normalen Ryzen Z1 lohnt sich nur bei einem erheblichen Rabatt im Vergleich zur Version mit dem Z1 Extreme. Eine geringe Ersparnis rechtfertigt nicht den Verlust an Grafikleistung, insbesondere wenn die Konsole mit externem Netz oder Monitor betrieben werden soll.
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